Kultur

Akteure, Initiativen, Projekte: HafenCity als Ort kultureller Vielfalt

Schon heute zeichnet sich die HafenCity durch ihre kulturelle Vielfalt aus: Zahlreiche Akteure realisieren kleinere und mittlere Projekte, dauerhafte und temporäre Kunstwerke, einmalige und regelmäßige Veranstaltungsreihen. Neben den öffentlichen Kulturträgern leisten auch immer mehr Privatpersonen, Vereine und Initiativen ihre Beiträge

Das Foto zeigt einen überdimensionalen Springbrunnen aus Feuer

Zahlreiche künstlerische Projekte interpretieren unfertige oder – wie hier auf den Marco-Polo-Terrassen – bereits fertiggestellte Orte in der HafenCity (© ELBE&FLUT)

Einen Startschuss zur kulturellen Besetzung des Stadtteils stellte – neben einzelnen wichtigen Initiativen wie der "Musikalischen LandArt" – vor allem ab 2005 eine Kooperation von Hamburgischer Kulturstiftung, Körber-Stiftung und HafenCity Hamburg GmbH dar.

Neben einem großen Projektwettbewerb wurden im Rahmen dieser Kooperation 18 Einzelprojekte gefördert, darunter dauerhafte Kunstwerke, aber auch Literatur-, Theater- und Performanceprojekte wie der "Kunstimbiss", der "Jahrmarkt des Abschieds“ oder Inszenierungen des Thalia Theaters im eigens für diesen Zweck angefertigten Theaterzelt auf dem Strandkai und anschließend auf dem Baakenhöft.

Ebenfalls schon seit 2005 zieht die Veranstaltungsreihe "Sommer in der HafenCity beispielsweise mit Lesungen, aber auch mit Tango, Swing, Poetry Slams, Kinder-Baustellen und Stand up-Comedy häufig bis zu mehrere tausend Menschen an. Und auch für Festivals wird der neue Stadtteil inzwischen verstärkt genutzt: So diente er dem Schleswig-Holstein Musik Festival regelmäßig als Aufführungsort, beim Harbour Front Literaturfestival fungiert die HafenCity ebenso als Lesebühne, wie beim Elbjazz als Konzertort und während des Hamburger Architektursommers ist sie schon seit Jahren nicht nur Thema, sondern auch über Monate hinweg Veranstaltungsort.

Solche regelmäßigen Reihen werden durch einmalige Veranstaltungen weiter ergänzt: Über 30 Künstlerinitiativen aus aller Welt trafen sich beispielsweise im Spätsommer 2009 auf dem Strandkai zu "subvision.kunst.festival.off". Bei diesem elftägigen Kunstfestival präsentierten Aktivisten und Kulturschaffende sogenannte Off-Kunst, also Arbeiten fernab des etablierten Kunstbetriebs mit überwiegend temporärem Charakter. Mit dem Theater der Welt gastierte zudem Deutschlands wichtigstes internationales Theaterfestival im Sommer 2017 mit seinem Festivalzentrum auf dem Baakenhöft.

Zusätzlich zu solchen öffentlichen Kulturträgern engagieren sich immer mehr Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Vereine oder Initiativen. Sie erkennen das Potenzial des Stadtteils und leisten eigenständige Beiträge zu seiner kulturellen Entwicklung. So konnte etwa der mittlerweile verstorbene Prof. Peter Tamm dafür gewonnen werden, das Internationale Maritime Museum Hamburg in einem historischen Speicher in der HafenCity aufzubauen und seine weltweit einmalige Sammlung zur Seefahrtsgeschichte in Hamburgs Zentrum zu platzieren. Ebenfalls in privater Trägerschaft befindet sich das Auto-Museum Prototyp. Im denkmalgeschützten Gebäude der Harburger Gummi-Kamm-Compagnie zeigt es vor allem Prototypen, historische Rennautos und Sportwagen.

Nicht nur als Milieugeberin kommt dem UNESO-Weltkulturerbe Speicherstadt übrigens eine besondere Bedeutung bei der kulturellen Stadtteilbesetzung zu. Mehrere Museen erzählen hier von der Vergangenheit des denkmalgeschützten Ensembles; jetzt zieht der Ort immer mehr Kreative an, unter ihnen sind auch Künstler und Galeristen. Eine bedeutende Rolle als kultureller Pionier spielt vor allem auch der "Hamburger Jedermann" des Autors und Regisseurs Michael Batz. Bereits in den 1990er-Jahren etablierte sich dieses Theatererlebnis vor spektakulärer Speicherstadt-Kulisse als fester Bestandteil der Hamburger Kulturlandschaft – also lange bevor das Gebiet der HafenCity zu einem Ort der Kultur werden konnte.